Mit REX auf Wolke Sieben – Im Flugsimulator den Wettergott spielen und das richtig!

Real Environment Xtreme ist wohl das berühmteste Wettertool für den Flugsimulator. Neben verschiedensten Texturen hat vor allem die eigene Wetterengine das Ziel, das Wetter möglichst realistisch und den realen Wetterverhältnissen anzupassen. Die nun groß angelegte Aktualisierung namens „REX Essential“ möchten wir nutzen, einen Blick auf die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten dieses wichtigen Tools zu werfen.

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Zu beziehen ist Real Environment Xtreme in der Essential Version sowohl über den SimMarket, als auch über Aerosoft. Mit mehr als 40 Euro Kaufpreis stellt dieses sich nicht als das günstigste Add-on heraus, hinterlässt mit einer Installationsgröße von 15 GigaByte jedoch im Bezug auf den Umfang einen wuchtigen Eindruck. Die anschließende Installation erfordert das Service Pack 1 des FSX, wer jedoch das Acceleration Pack besitzt ist damit auch bestens ausgestattet für eine erfolgreiche Installation. Des Weiteren ist REX auch kompatibel zum FSX-„Nachfolger“ Prepar3D (P3D).

 

 

 

Nachdem die Installation erfolgreich war, öffnen wir REX. Um jedoch irgendwelche Texturen laden zu können, muss man zuerst einige Einstellungen vornehmen. Grundsätzlich handelt es sich hierbei um das Finden des Flugsimulators und dem Setzen einiger Präferenzen. Letztere ermöglich so das Einstellen der Ladezeiten, dem Benutzen der Wetterengine, der Bezugsquelle für das Wetter (z.B. VATSIM), den Realitätsgradeinstellungen im Bezug auf Sichtweiten und der Härte der Windwechsel. Zuletzt muss noch eine Sicherung vorgenommen werden, um bei irgendwelchen Problemen auf die ursprünglichen Standardtexturen zurückgreifen zu können.

Einstellen kann man unter der Karte „Options“ auch, ob man auf HD-Wolken (wahlweise 2048×2048 oder 4096×4096) setzen möchte, oder lieber die Ressourcenschonenden Nicht-HD-Ausstattungen verwendet.  Gleiches gilt für die Wasserauflösung, welche jedoch maximal in 1024×1023 angewählt werden kann. Sollten Probleme mit den Texturen auftreten, so empfehlen wir, zusätzlich die Optionen „DXT5 Optimized Clouds“ beziehungsweise DXT1 im Bezug auf die Wassertexturen, da mit dieser Version meist bessere Grafik-Performancewerte erzielt werden können. Hier empfiehlt es sich jedoch einfach per Slide-Button zwischen „High-End“-, „Low-End“-, und „Medium“-System auszuwählen und die vorprogrammierten empfohlenen Einstellungen zu benutzen.

 

In der Vergangenheit wurde immer wieder Kritik an der REX-eigenen Wetterengine ausgeübt. Im Vergleich zu Freeware Tools wie FSRealWx oder den Paywarekonkurrenten OPUS und ActiveSky sorgte die erstere des Öfteren für Abstürze, Frameinbrüche oder unzuverlässiges Nachladen. Abhilfe möchten die REX Game Studios mit ihrer neuen Invention, der „WX-Plus-Mode“ schaffen. Laut Handbuch sollen die gröbsten Probleme aussortiert worden sein, sodass mit schnellen Wetterupdates ohne Frameeinbrüche geflogen werden darf. Statt dem realen Wetter können so jedoch auch archivierte Wetterszenarien eingebunden werden. Für Verfechter der Langstrecke darf auch die „Synoptic-Weather-Station“ von Bedeutung sein, die auf lokale Wetterbedingungen verzichtet, sondern das Wetter großflächig abbilden kann. So können erstmals auch Frontensysteme realistisch simuliert werden, ohne einen ruckartigen Wetterumsprung zu erfahren.

Hat man ein paar besonders gute Texturen zusammengestellt, so kann man diese per Knopfdruck der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Dies alles ist durch den neuen Downloadcenter möglich, über den man sich im Gegenzug selbstverständlich auch Texturzusammenstellungen anderer Benutzer herunterladen kann.

Nebst den vielfältigen Wettereinstellungsmöglichkeiten bietet REX in Zusammenarbeit mit „Flightaware“ einen Flugplaner an. Mit 1,99 USD pro Monat ist dies kostenpflichtig, bietet jedoch reale Flugpläne zum Nachfliegen an. Hat man dieses Abonnement nicht gewählt, so kann man trotzdem seinen eigenen Flugplan erstellen oder auf einen öffentlich erstellten Flugplan zugreifen. Während dem Flug stellt die REX Wetterengine so ständig Informationen zum Fluge und Wetter dar. Augenmerk ist jedoch darauf zu richten, dass die meisten Flugpläne die von REX angeboten werden nicht mit Flugplänen von Seiten wie www.vatroute.net oder Euroutepro zu vergleichen sind, da die Routen meist nur über Funkfeuer laufen. Ziel ist es nämlich letztendlich, die Wetterengine mit Routeninformationen zu versorgen, das ersetzt jedoch keinen Flugplaner!

Übrigens: Möchte man auf die REX-Wetterengine verzichten, so kann man dies selbstverständlich tun. Sämtliche Free- als auch Payware Wettertools sind kompatibel zu REX und lassen die Texturen mit realistischem Wetter in den Flugsimulator laden!

 

Bisher gibt es leider nur wenige Add-on Flugzeuge, die ein Wetterradar anbieten. Fliegt man nicht gerade mit solch einem kompatiblen Add-on durch die (virtuelle) Welt, so schafft auch hier die REX Wetterengine Abhilfe. Da diese das Wetter – und somit auch die Wolken – im Flugsimulator generiert, ist sie dazu fähig, dieses auch anzuzeigen. In Form eines Wetterradars können Unwetter so realistisch umflogen und sogar ganze Wettersysteme erkannt werden. Wer sich auch noch über das Wetter an einem bestimmten Flughafen informieren möchte, kann den aktuellen Wetterbericht herunterladen und sogar entschlüsselt anzeigen lassen.

 

Wichtige Beachtung muss vor allem den Texturen gewidmet werden. Natürlich ist es schön, eine große Auswahl an Darstellungen zu haben, leider bringt dies im Gegenzug auch leicht Verwirrung mit sich! Zeit damit aufzuräumen und sich zuerst mit den Himmelstexturen (Sky Textures) zu beschäftigen. Aus über 80 verschiedenen Texturvorschlägen kann man hier seinem Wunsch entsprechend den Sonnenauf- und Untergang, bzw. die Darstellung tagsüber konfigurieren. Angepasst an die verschiedenen Texturen sind spezielle Namen, sodass seitens REX beispielsweise das Theme Eastern Europe für Flüge in den europäischen Breiten empfohlen wird. Selbstverständlich kann auch jede andere Texturzusammenstellung an jedem Ort verwendet werden. Maßgeblich unterscheiden sich die Vorschläge in den Farbverläufen. So kann man durchaus mit einem orange-getönten Sonnenaufgang starten, den Tag mit einem strahlend blauen Himmel erleben und Abends in einen violett-gefärbten Sonnenuntergang starten.

 

Mit knapp 80 Texturen bieten auch die Wolkentexturen (Cloud Textures) eine große Auswahl. Wiederum unterteilt in die Sparte 3D-Clouds und Cirrus Clouds lassen sich in letzterer Option die flachen Cirrus-Eiswolken bestimmen. Als Ursprung der Cirren gelten real unter anderem die vertikel mächtigen Cumuluswolken. Diese können unter der Option 3D-Clouds ausgewählt werden und stellen HD und NICHT-HD Texturen zur Auswahl. Erstere können vor allem schwächeren Computern zur Last fallen, sodass sich unter anderem schlechtere Bildwiederholraten auftun können. Doch auch die NICHT-HD-Ausstattungen sind keinesfalls unattraktiv sondern völlig ausreichend und eine große Bereicherung im Vergleich zu den Standard-Wolken. Neben den mächtigen Cumuluswolken lässt sich unter 3D-Clouds noch stratiforme Bewölkung in verschiedenen Versionen anwählen.

 

Die nächsten drei Sparten sind mit Inland Water Textures, Ocean Water Textures und Tropical Water Textures benannt. Durch jeweils vier Schieberegler lassen sich hier die Konfigurationen der Wassertexturen der Seen und Flüsse, der Ozeane und der tropischen Breiten bestimmen. Verändert werden können dabei die Helligkeit, der Kontrast, die Sättigung und die Färbung des Wassers durch Plankton.

 

Die Wellentexturen (WaveAnimation) stehen im direkten Kontext zur oben genannten Auswahl. Vorrangig ist hier anzumerken, dass für die korrekte Darstellung ein Wassereffekt von mindestens „Niedrig 2x“ anzuwählen ist.

Wer lieber bei hohem Wellengang fliegt wird mit den Texturen genauso verwöhnt wie Verfechter eines ruhigeren Wasserflusses. Mit knapp dreißig Texturen bietet sich auch an dieser Stelle eine nicht zu geringe Auswahl, die zum einen das Farbspektrum, als auch die Erhebungen des Wasser verändert. Mir hat hierbei die Textur „Low Fly over Choppy“ besonders gefallen, doch dies liegt – wie so oft – im Auge des Betrachters.

 

Mit den Zusammenstellungen Runway Taxiways bzw. Airport Environment setzt REX besonders im Bezug auf Freeware-Flughäfen ohne Bodentexturen Maßstäbe. Neben verschiedenen Möglichkeiten, den Untergrund und Asphalt verbessert im Bezug auf die Standardtexturen erscheinen zu lassen, können auch Abnutzungs- und Gummirestspuren auf die Pisten und Rollwege eingefügt werden. Weiter kann man auch die FS-eigenen Markierungen verändern, dies besonders im Bezug auf Holding Points und Taxiways. Letztlich bietet REX die Möglichkeit, stehendes (Regen-) Wasser auf dem Vorfeld zu simulieren, was besonders bei Platzregen einen ungeheuren Realitätsschub erlaubt. Dieser Effekt verleiht den Rollwegen einen „rutschigen“ Flair und tritt selbstverständlich nur bei Regen in Erscheinung.

Zu guter letzt bietet REX mit der Zusammenstellung Sun/Lightning die Möglichkeit, die Sonne und den Blitzschlag zu konfigurieren. Zusätzlich können auch noch die Flugzeug- und Flughafeneigenen Beleuchtungen verändert werden. Neben der Darstellung der Sonne bieten die Texturpackages auch Alternativen im Bezug auf die im Cockpit einfallenden Sonnenstrahlen.

Zum Standard-Blitz im Flugsimulator bieten sich als Alternative ein Blitz an, welcher in seinem Layout den Himmel violett färbt oder alternativ diesen als sogenanntes Elmsfeuer erstrahlen lässt. Letzteres entsteht in unserer Hemisphäre meist durch Entladungen in Gewittern und greift in der Luftfahrt vor allem an Cockpitscheiben an. Durch die Entladung der Gase Sauerstoff und Stickstoff erscheint dieses meist violett. In Kombination mit der einprogrammierten Geräuschkulisse, welche Effekte wie Regen und Gewitter zusätzlich hörbar macht, kann dies dem Flug einen spannenden Pluspunkt verleihen.

 

 Fazit

 

Mit Real Environment Essential haben die REX Game Studios wieder einmal Feingefühl bewiesen und die erfolgreiche Serie fortgeführt. Auch in der neusten Version ist REX ein Muss für den virtuellen Piloten und setzt Maßstäbe im Bezug auf die Wetterdarstellung. Ein Manko ist und bleibt jedoch weiterhin die Wetter-Engine, welche bei schwächeren Computern zum Problem im Bezug auf die Leistung werden könnte. Entschädigend dafür sind jedoch definitiv die erstklassigen Texturen, die sich problemlos mit konkurrierenden Wetter-Engines verbinden lassen. Doch mit der Wetter-Engine schließt REX keinesfalls Benutzer mit Low-End-Systemen aus, denn im Vergleich zu den Standard-Texturen bieten diese einen gehörigen FPS-Sprung nach oben! Ausnahme hierbei bilden die HD-Wolken, die jedoch im Bezug auf Ästhetik kein Pflichtprogramm darstellen. Hat man erst einmal seine richtigen Einstellungen und Themes gefunden, so verdient REX mehr als einen Daumen hoch!

 
Adrian Arab

 

Entwickler: REX Game Studios
Vertrieb: AEROSOFT / SimMarket
Website: http://www.realenvironmentxtreme.com
Kompatibilität: FSX / P3D (FS2004 mit Overdrive)
Download: 8.,7 GB à 4 Files
Preis: 41,64 Euro

 

 

 

 

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