Der Flight!-METAR-Guide – Teil 1

Im Zuge der immer realer werdenden Add-ons darf schon seit Langem eines nicht mehr fehlen: die reale Wettereinbindung in den Flugsimulator. Dank Wetterprogrammen wie Real Environment eXtreme, Active Sky oder Opus, die längst nicht nur die Optik massiv aufwerten, gibt es genügend Auswahl an qualitativen Wetter-Engines. Doch auch die kostenlose Konkurrenz zieht mit. So bietet beispielsweise FSrealWX – vornehmlich von Onlinepiloten genutzt – eine kostenfreie Alternative mit vielen Auswahl- und Einstellungsmöglichkeiten. Doch was bringt einem alles Wetter, wenn man nicht weiß, wie man die Wettermeldungen zu identifizieren hat? Ziel dieses Guides ist es, einen Überblick über die unzähligen Abkürzungen und Verschlüsselungen in den Wettermeldungen – dem METAR – zu bekommen.

Was ist denn überhaupt ein METAR?

Message d’observation météorologique régulière pour l’aviation im Französischen, Meteorological Aviation Routine Weather Report im Englischen. So setzt sich zumindest das oben genannte Wort zusammen. Dieser entnehmen kann man, dass es sich irgendwie um die Stichworte „Wetter“, „Luftfahrt“, „Beobachtung“ und „Bericht“ handeln muss. Richtig gelegen! Im Grunde genommen ist dies auch der Kern des METAR. Es gibt Auskunft über die momentane Wettersituation mit einer Gültigkeit von zwei Stunden (Deutschland). Erneuert wird das METAR alle 30 Minuten und bei gravierenden Änderungen. Manchen dürfte auch ATIS (Automatic Terminal Information Service) ein Begriff sein, welcher das METAR zugrunde liegt. Zusätzlich zum enthält dieser jedoch noch flughafenspezifische Informationen wie die momentane Bahnrichtung, Transition Level, Informationen über den Flughafenzustand (zum Beispiel Vögel in der Umgebung) und weitere die Piloten betreffende Nachrichten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Woher bekomme ich das METAR?

Nun wissen wir grundlegend, worum es sich beim METAR handelt. Dies bringt uns jedoch recht wenig, wenn wir kein Exempel haben, um uns über die Verhältnisse an unserer Destination zu informieren. Denn dafür ist natürlich eine fundierte Quelle nötig.

Diese bieten die meisten Wetter-Engines, indem man den nötigen Identifier (ICAO-/IATA-Code) des Flughafens auswählt. Doch auch im Internet kursieren offizielle und inoffizielle Seiten, die METAR-Meldungen anbieten. Die populärste Quelle dürfte hierbei die Website des US-amerikanischen nationalen Wetterdienstes sein (http://aviationweather.gov/adds/metars/). Neben Wetterkarten für den nordamerikanischen Raum gibt es unter dem Stichwort „METARS“ auch die oben genannten Wetterinformationen.

 

Wie identifiziere ich ein METAR?

Unser METAR haben wir angewählt und der Wetterdienst hat uns folgendes METAR ausgegeben:

EDDB 291620Z 23011KT 9999 BKN048 06/04 Q1007 NOSIG

 

Erstmal tauchen hier unzählige Abkürzungen, Werte, Zahlen und uns unsinnig erscheinende Buchstaben auf. Bringt man jedoch erst einmal ein wenig Chronologie in diese Zeile, so ist das METAR ganz schnell identifiziert. Mit der ersten Buchstabenfolge wird der Flughafen gekennzeichnet – mit EDDB in diesem Falle der Hauptstadtflughafen Berlin-Schönefeld. Als Nächstes wird der Beobachtungszeitraum (291620Z)angegeben. Die ersten beiden Ziffern bezeichnen hierbei das Datum des aktuellen Monats und die folgenden vier Ziffern die Uhrzeit. Das Z (= zulu) weist hierbei auf die Verwendung der Koordinierten Weltzeit hin (UTC). So bezeichnet unsere Zahlenreihe, dass das METAR am 29. des Monats um 1620 UTC herausgegeben wurde. Um die deutsche Lokalzeit herauslesen zu können, fügen wir während der Winter- bzw. Sommerzeit einfach eine bzw. zwei Stunden hinzu. „23011KT“. Diese Angabe gibt Auskunft über den vorherrschenden Wind. Die ersten beiden Ziffern bezeichnen hierbei die Windrichtung in Grad, die letzten beiden die Geschwindigkeit in Knoten (für km/h mit 3,6 multiplizieren). So weht es in Berlin momentan mit 11 Knoten aus 230 Grad. Manchmal stößt man hinter diesen Angaben noch auf ein „G“, gefolgt von zwei weiteren Ziffern. Dies bedeutet, dass Windspitzen bis hin zu der genannten Zahl vorkommen. Auch ein „V“ oder ein „W“ besagen, dass der Wind variabel aus der Mitte der genannten Richtungen weht bzw. Windscherungen gemeldet wurden (Windshear). Sollte anstatt der Gradzahl ein „VRB“ genannt sein, so ist eine Windrichtung nicht bestimmbar und der Wind verhält sich – auf die Richtung bezogen – variabel.

Weiter geht es mit „9999“. Hier können vier variable Zahlen eingesetzt werden, die die momentane Sicht am Flughafen (in Meter, m) benennen. Einzig „9999“ bedeutet, dass die Sicht 10 Kilometer oder mehr beträgt.

Die nächsten Blöcke wenden sich der momentanen Bedeckung am Flughafen zu. „BKN048“ bedeutet hier, dass in einer Höhe von 4800 Fuß eine Bewölkung von fünf bis sieben Achteln vorherrscht. Auch hier müssen – wie bei den Flugflächen üblich – zwei Nullen addiert werden, um auf den Vertikalwert zu kommen. Weitere Bedeckungsformen befinden sich in der Tabelle!

Mit „06/04“ bezeichnet das METAR die Temperatur und als letzteren Wert den Taupunkt. So haben wir momentan in  eine Temperatur von 6 Grad bei einem Taupunkt von 4 Grad – jeweils in Celsius. Dem Taupunkt wird besondere Beachtung geschenkt, lässt sich dank ihm doch der Wasserdampf in Luft und die damit verbundene Nebelbildungswahrscheinlichkeit berechnen.

„QNH1007“. Diese Passage widmet sich dem Luftdruck und gibt mit 1007 einen QFF-Wert von 1007 Hektopascal an. Korrigiert man den vor Ort gemessenen Luftdruck QFE um Standardwerte auf Meereshöhe, erhält man das QNH. Richtig eingestellt, zeigt ein Höhenmesser damit auf dem Boden die Flughafenhöhe an.
Mit „NOSIG“ endet das METAR. Letzteres steht für „No Significant Changes“. So werden keine gravierenden Änderungen erwartet und der Bericht ist gültig für die nächsten zwei Stunden!
wir werden diese Serie rund um das METAR weiter fortsetzen …

 

Adrian Arab

 Du kennst weitere Tipps und Websites? Dann einfach als Kommentar hier eintragen.

Related posts