Bari – Flüchten vor dem Herbst

Es ist Ende August, in Deutschland sinken die Temperaturen allmählich wieder und der Herbst ist nicht mehr fern. Doch das Thermometer an diesem lauen Abend zeigt 32 Grad Celsius. Bei uns im Flieger sind es angenehme 24 Grad; wir fliegen dem Sonnenuntergang entgegen, im Endanflug auf Bari. Hier wird man wohl noch einige Zeit von dem mediterranen Klima profitieren. Heute werden wir uns der schon etwas länger auf dem Markt erhältlichen Szenerie Bari X aus dem Hause Aerosoft annehmen.

Geschichte
Der Flughafen Bari (Aeroporto di Bari-Palese Karol Wojtyla) befindet sich 8 Kilometer nordwestlich der Stadt. Er trägt den ICAO-Code LIBD und den IATA-CODE BRI. Seit 2005 findet man noch den Zusatz „Karol Wojtyla“ im Namen des Airports, daraus lässt sich schließen, dass dieser Flughafen Papst Johannes Paul II. gewidmet ist. 1,6 Millionen Passagiere starteten und landeten letztes Jahr auf der 2440 Meter langen Runway, es werden stetig mehr. Daher ist ein zweites Terminal bereits in Planung. Die Infrastruktur am Flughafen selbst ist mager, so gibt es nur auf einer Seite ein ILS, auf der anderen muss man sich mit einem VOR DME Approach zufrieden geben.

Installation und Handbuch
Der Download gestaltet sich via simMarket oder den Aerosoft-Shop unkompliziert. Dabei wandern 417 MB auf die heimische Festplatte, dies zu einem Preis von rund 15 Euro. Für die Installation ist eine aktive Internetverbindung erforderlich, da das Produkt online aktiviert wird. Nach der Installation findet man ein 28 Seiten fassendes Handbuch, das gewohnte Traffic-Tool sowie 20 Seiten an Charts im Aerosoft-Ordner. Bei den Charts fehlt mir leider ein Ground-Chart, auf dem die Parkpositionen verzeichnet sind. Dabei schafft aber eine kurze Suche bei Google Abhilfe.

Es ist warm!
Am Boden ist es noch wärmer – am späten Abend herrschen immer noch Temperaturen von 35 Grad. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, welche Hitze hier tagsüber brüten muss. Wir sind soeben mit unser 737 am Gate zum Stehen gekommen, nach etwa eineinhalb Stunden Flug aus München. Es ging entlang der Ostküste Italiens, einige Gäste konnten sogar Venedig bestaunen. Wir stehen vor dem kleinen Terminal, der Ramp Agent meldet „Blocks in Position“. Der Feierabend kann beginnen. Aber vorher schaue ich mich noch schnell auf dem Flughafen um, eine gute Möglichkeit, sich die Nachttexturen des Add-ons zu betrachten. Diese sehen gut aus, es gibt dunkle Flecken wie auch hell beleuchtete Räume. Zahlreiche Masten werfen Lichtkegel auf das Vorfeld. Auch die Landebahnbeleuchtung funktioniert, im Anflug hat sie uns den Weg geleitet. Nun wird es aber wirklich Zeit, sich Richtung Hotel zu begeben, morgen geht es schon morgens wieder zurück. Am Tag macht der Flughafen einen frischen Eindruck, vor allem die Architektur des Hauptterminals ist außergewöhnlich. Es dominieren runde und gerade Formen. Auf dem Dach sitzen riesige Kühlaggregate, um die Halle auch im Sommer auf einer angenehmen Temperatur zu halten. Dies wurde, wie der Rest des Gebäudes, gut modelliert. Die Texturen finde ich auf dem ganzen Flughafen schön, sie haben den von Aerosoft gewohnten Standard. Mittels AES wird – gegen die Bezahlung eines Credits – dem Flughafen viel Leben eingehaucht, aber auch ohne bewegt sich mehr als genug. So fahren vor dem Terminal viele Autos und auch Busse, auf dem Vorfeld ist ebenfalls viel los, Flughafenfahrzeuge fahren über die Straßen zu ihrem Ziel. Wenn man den Wagen ein bisschen Aufmerksamkeit schenkt, fallen auch automatisch die Bodentexturen ins Auge. Diese haben einen tollen Charakter, sie sehen alt und richtig rau aus. Es gibt viel Gummiabrieb und auch die Linien haben ihren Zenit schon hinter sich. Das Luftbild ist innerhalb des Flughafengeländes gut und vor allem scharf, es geht sogar noch bis an die Küste und die Stadt hinunter, dort wurde ebenfalls viel Autogen platziert; die Häuser haben einen gewissen italienischen Flair, wodurch die Stadt durchaus authentisch wirkt. Leider nimmt die Schärfe mit zunehmender Entfernung vom Airport ab. Trotzdem finde ich es toll, dass so ein großes Gebiet abgedeckt wird. Trotz allem werden die Bilder nicht stärker beeinträchtigt als bei anderen Airports dieser Größe. Auf drei Bilder in der Sekunde muss ich maximal verzichten.
Beim Abflug werfen wir noch einen letzten Blick auf die Stadt und die Küste, drehen nach links ab und Bari verliert sich im Dunst unter uns.

Fazit
Bari ist eine durchaus gute Szenerie. Die Modellierung und die Texturen haben das Standardniveau, wie wir es von Aerosoft kennen. Auch die Nachttexturen und vor allem das Luftbild lassen nichts zu wünschen übrig. Auch das nur mehr oder weniger vorhandene Handbuch war mir kein Dorn im Auge. Wir haben Abschied genommen von Bari – allerdings nicht für immer. Ich werde bestimmt wiederkommen!

Max Mertznich

Bewertungen (min. 7, max. 15) Punkte
Modellierung 9 /10
Texturen 9 /10
Luftbild 8 /10
Nachttexturen 9 /10
Objekte 8 /10
Frames 8 /10
Umgebung 10 /10
Details 9 /10
Handbuch 8 /10
Preis/Leistung gut /10
Ergebnis: 8,6 /10
Pro und Contra
Pro: Tolle Modellierung und Texturen

Italienisches Flair

Frameschonend

Großes Luftbild

Viel Autogen

Contra: Luftbild außerhalb des Flughafens unscharf

Unvollständige Charts

Infokasten
Entwickler: Aerosoft
Vertrieb: Aerosoft
Website: LINK
Kompatibilität: FSX
Download: 417 MB
Preis: 14,95 €

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