Review: Drzewiecki Design Krakow Balice EPKK 2012

Drzewiecki Design – die Softwareschmiede mit dem (zumindest für mich) unaussprechlichen Namen rund um Stanislaw Drzewiecki – war mir bisher gänzlich unbekannt, dennoch besteht der Name bereits seit 2003 und auch einige bekannte Produkte wie die Polish-Airports-Reihe oder Bornholm Island stammen aus seiner Produktion. Pünktlich zu Weihnachten wurde nun auch der Flughafen Krakau veröffentlicht, zunächst nur für den FS2004. Diesen werden wir nun einmal genauer anschauen.

Flughafen Krakau-Balice

Das reale Vorbild der Szenerie trägt den Beinamen „Johannes Paul II.“, der bekanntlich bis 2005 der letzte aus Polen stammende Papst war, und wurde am 10. Dezember 1968 nach fünfjähriger Bauzeit in Betrieb genommen. Elf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt fertigt der Flughafen mit nur einer Piste jährlich etwa drei Millionen Passagiere ab und ist damit hinter dem Hauptstadtflughafen Warschau der zweitgrößte Flughafen Polens.

Kauf, Installation und Handbuch

Für runde 20 Euro erwirbt der Käufer 376 MB Datenmasse für den FS2004. Die FSX-Version stand bei Redaktionsschluss noch nicht zur Verfügung und muss separat erworben werden. Das Handbuch beinhaltet auf vier Seiten hauptsächlich Fakten zum realen Flughafen und eine interessante Story über einen Luftkampf im Zweiten Weltkrieg, weiterhin beigelegt sind VFR, ILS und Parking Charts. Die Installation selbst gestaltet sich problemlos und komfortabel, die Eingabe eines Serienschlüssels ist nicht erforderlich.

Krakau virtuell

Nach einer knappen Stunde Flug erreichen wir Krakau pünktlich und planen den Anflug auf die Piste 25, die nur in eine Richtung über ein ILS verfügt. 2550 Meter stehen uns für die Landung zur Verfügung, kein Problem für unseren Airbus.
Die Anbindung an die Standardszenerie fällt im Anflug als Erstes auf; sie ist leider weniger gut gelungen und endet abrupt. Das Luftbild und die Umgebung sind schön umgesetzt, auch wenn teilweise ein wenig die nötige Schärfe fehlt, um uneingeschränkten Spaß daran zu haben. Ganz anders sieht das schon auf dem Gelände des Flughafens aus. Der kurze Endanflug führt uns über die Autobahn A4, auf der man lediglich etwas Verkehr vermissen könnte. Sowohl Bodentexturen als auch Run- und Taxiwaytexturen entsprechen absolut dem, was man von einer modernen Paywareszenerie erwartet. Sie sind kompromisslos scharf, besonders überzeugend und realistisch finde ich die Abnutzungsspuren auf den Rollwegen, diese steigern den Flair des gesamten Airports ungemein, ebenso wie die aufwändig texturierten Bäume, die an den Apron angrenzen.

Am Vorfeld selbst kann man sich an Details fast nicht sattsehen. Überall stehen Fahrzeuge, Airport-Equipment oder sonstige kleine Gimmicks, die den Besuch in Krakau trotz der überschaubaren Größe nicht langweilig werden lassen. Landseitig gefallen mir vor allem die Modellierung und Texturierung des Terminals und des Parkhauses sowie der angrenzenden Parkflächen, hier macht es sehr viel Spaß einfach mal mittels Walk & Follow oder mit sonstigen Hilfsmitteln herumzuspazieren und sich alles genau anzusehen. Weiterhin sehr positiv fallen mir die statischen Flugzeuge auf, die wunderschön modelliert sind und von Abfertigungsfahrzeugen umringt am Apron stehen. Ein wenig mehr Dynamik am Flughafenvorfeld – vor allem durch Fahrzeuge wie Pushbacktrucks etc. – wäre dennoch wünschenswert gewesen.

Auch im Winter überzeugt der Flughafen auf ganzer Linie. Besonders die Bodentexturen sind hier sehr schön gelungen und vermitteln einen realistischen Eindruck von Schnee, während die Rollwege gänzlich von selbigem befreit sind. Der überaus positive Gesamteindruck setzt sich auch nachts weiter fort, die 3D-Anfluglichter sehen einfach wunderbar aus und laden zu einem abendlichen Trip nach Polen ein. Lediglich der Apron wirkt auf mich etwas überlichtet und an einigen Stellen zu hell, dies liegt aber im Auge des Betrachters und ist keineswegs störend.

Fazit

Zugegeben, ich war selbst am Anfang sehr skeptisch gegenüber dem Flughafen Krakau von Drzewiecki Design, was sich aber letztlich als völlig unnötig herausgestellt hat. Der Charme eines kleinen Regionalflughafens wird unglaublich gut und realistisch rübergebracht, die Texturierung und Modellierung spielen in der obersten Liga mit und lassen kaum Wünsche offen. Bleibt zu hoffen, dass EPKK auch bald in die Liste AES-unterstützter Flughäfen mit aufgenommen wird.
Ich kann jedem, der gerne auf Kurzstrecke in Mitteleuropa unterwegs ist, nur ausdrücklich zu einem Kauf raten. Mit Krakau ist auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung zur Großflughafenhektik geboten.

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