Back to the roots – Philadelphia International Freeware

Philadelphia im 18. Jahrhundert: Grundsteinlegung der amerikanischen Geschichte. Hier wurden am 4. Juli 1776 die Unabhängigkeitserklärung und 11 Jahre später die Verfassung besiegelt & verkündet. Dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten stand nun nichts mehr im Weg. Im 21. Jahrhundert liegt die einstige Hauptstadt nur noch auf Platz Sechs der größten amerikanischen Städte, was das Designer-Team Skysunjet allerdings nicht an der Umsetzung des Philadelphia International Airports hindern konnte. Schnallen Sie sich an!

Dieser Artikel erschien in der Flight! Februar 2011-Ausgabe

Philadelphia International (ICAO: KPHL) ist das Erstlingswerk der jungen Add-onschmiede Skysunjet. Über die letzten Monate hinweg versorgten diese die Community immer wieder mit neuen Bildern des aktuellen Entwicklungsstandes – Bilder, die einige Erwartungen übertrafen. Schließlich wird der Flughafen an der Ostküste Amerikas Mitte September als Freeware veröffentlicht. Ob die Freeware hält was sie verspricht, werden wir in dieser Ausgabe herausfinden.

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Download & Installation

Die Szenerie kann von der Skysunjet-Website kostenlos heruntergeladen werden. Das Zip-Archiv enthält einen circa. 65 MB großen Installer und eine kleine Anleitung für eben diesen. Bei der Installation wird der Nutzer gefragt, ob er nur den Airport oder noch zusätzlich Landclass Dateien für das städtische Umfeld verwenden will. Dies macht Sinn, wenn man keine zusätzlichen Add-ons wie Ultimate Terrain installiert hat. Im nächsten Schritt muss manuell das Flugsimulator-Verzeichnis angegeben werden. Achtung: Der Installer fügt dem Hauptpfad automatisch den Unterordner „/Add-on Scenery“ hinzu. Es empfiehlt sich dieses wieder zu entfernen, da sonst ein weiterer Ordner mit gleichem Namen im originalen Add-on Scenery Verzeichnis erstellt wird. Die Szenerie selbst benötigt etwa 240 Megabyte Speicherplatz, für Freeware durchaus überdurchschnittlich. Nach dem die Kopiervorgänge abgeschlossen sind, wird man noch kurz darüber informiert, dass das Add-on manuell in die Szeneriebibliothek des Flugsimulators eingebunden werden muss. Weitere Hinweise liefert das fünfseitige Handbuch mit Instruktionen zur Anmeldung der Szenerie und einem Auszug der Groundcharts. Weitere Anflug bzw. Abflugkarten sind nicht enthalten, können aber kostenlos unter www.airnav.com heruntergeladen werden.

Umsetzung & Performance

Beginnen wir mit einer kleinen Flughafenrundfahrt zur näheren Erkundung der Terminals. Schnell wird klar: Hier wurde mit Liebe zum Detail gearbeitet. Die einzelnen Hubs sind gemäß dem Vorbild ihren Airlines zugeordnet, auf den Fluggastbrücken finden sich die Logos bekannter Amerikanischer Fluglinien. Am Boden stehen – wie von vielen anderen Add-ons schon gewohnt – die verschiedensten Servicefahrzeuge. Doch diese entstammen nicht etwa einer Sammlung à la RWY12, sondern sind neu aufgebaut und ebenfalls mit den zugehörigen Logos & Schriftzügen versehen. Sowas findet man bei mancher kostenpflichtigen Umsetzung nicht. Die Texturen der Gebäude sind teils Fotoreal, teils nachgezeichnet, was der Qualität keinerlei Abbruch tut. Die Umsetzung der gesamten Terminals ist einfach überragend. Nicht vom den Fluggastbereichen, über das Marriott Hotel und die Parkhäuser, bis hin zu den Autovermietungen, die vom Vorfeld aus gar nicht mehr im Blickfeld des Piloten liegen.

Ein paar Meter weiter weg vom Terminal, wieder zurück auf dem Flughafengelände, springen die kleinen Bereiche für die Service Flotten ins Auge. Hier tummelt sich alles, was man für die reibungslose Abfertigung der Flugzeuge braucht. Detailliert modelliert und mit sehr schönen Texturen versehen, wird dem Geschehen am Boden zusätzlich Leben eingehaucht. Denn die verschiedenen Fahrzeuge sind nicht nur als festes Objekt platziert, sondern sind eigenständig, wie von Airports mit AES-Lite gewohnt, überall auf dem Gelände unterwegs.

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Am anderen Ende des Areals findet sich eine Reihe von Enteisungsanlagen, die beim Laden der Szenerie zwar einen kurzen Nebeleffekt von sich geben, dann aber für den Rest des Aufenthalts ohne weitere Aktion an Ort und Stelle stehen. Vielleicht wird ein zukünftiges Update hier nachbessern, man weiß ja nie. Fahren wir also wieder zurück ans Terminal und tauschen das Vorfeldfahrzeug gegen unser Fluggerät…

Das Boarding ist abgeschlossen, die Preflight Checks für den Flug nach Chicago ebenfalls. Der Pushback beginnt, wir starten die Triebwerke unserer 737. Erst jetzt fällt wirklich auf, was an diesem Airport noch fehlt: AES. Aber mit Sicherheit wird es nicht mehr lange dauern, bis Oliver Pabst auch diesen Airport mit seiner grandiosen Zusatzsoftware versehen hat.

Nach dem Pushback  rollen wir in Richtung Startbahn. Schon auf dem Taxiway fallen die Bodentexturen auf: Mit feinen Dreck- und Reifenspuren versehen, wirken sie durch und durch realistisch, der Übergang zu den Grasflächen wurde sogar mit Grasbüscheln versehen. Sowas kennt man bisher nur von FlyTampa und Co.

Als die Maschine die Startbahn entlang rauscht, lässt sich durch die Cockpitscheibe beobachten, wie langsam alle weit entfernten, kleineren Objekte ausgeblendet werden. Einer der Hauptgründe für die gute Performance der Szenerie. Schon in Terminalnähe ließ sich kein Einbruch der Bildwiederholungsrate erkennen. Im Abflug ebenfalls nicht. Auf dem Testsystem lieferte Philadelphia International, bei gleichen Bedingungen, kontinuierlich mehr FPS als etwa eine German Airports Szenerie.

Nach dem Takeoff erschließt sich das weite Stadtbild Philadelphias vor uns, und wir nehmen Kurs auf Chicago.

Philadelphia International ist ein wahres Sahnestück auf dem Freewaremarkt. Ein überragendes Erstlingswerk von SunSkyjet! Einzigartiger Detailreichtum, gute Texturen und eine klasse Leistung: Auf jeden Fall ausprobieren!

Florian Schlund

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